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Obwohl Gebärmutterhalskrebs zu den am besten vermeidbaren Krebsarten gehört, ist er noch immer von Mythen und Missverständnissen umgeben. Diese Fehlannahmen führen häufig dazu, dass Frauen Vorsorgeuntersuchungen hinauszögern, Impfungen meiden oder frühe Warnzeichen ignorieren – und damit ihre Gesundheit gefährden. Der Monat der Aufklärung über Gebärmutterhalskrebs ist der ideale Zeitpunkt, Fakten von Fiktion zu trennen und Frauen mit korrekten, lebensrettenden Informationen zu stärken.

Das Verständnis der Wahrheit hinter gängigen Mythen kann unnötige Ängste abbauen und zu proaktiven Gesundheitsentscheidungen ermutigen.


Mythos 1: „Wenn ich mich gesund fühle, brauche ich keine Vorsorgeuntersuchung“


Fakt: Frühstadien von Gebärmutterhalskrebs und Krebsvorstufen verursachen meist keine Symptome. Sich gesund zu fühlen bedeutet nicht, risikofrei zu sein. Regelmäßige Pap-Abstriche und HPV-Tests können abnormale Zellveränderungen lange vor der Krebsentstehung erkennen, wodurch eine frühzeitige Behandlung sehr effektiv ist.


Mythos 2: „Gebärmutterhalskrebs betrifft nur ältere Frauen“


Fakt: Gebärmutterhalskrebs kann Frauen in verschiedenen Altersgruppen betreffen. Auch wenn sich der Krebs über Jahre entwickeln kann, beginnen HPV-Infektionen und abnormale Zellveränderungen oft schon früher im Leben. Deshalb sind Vorsorgeuntersuchungen und präventive Maßnahmen in jedem empfohlenen Alter wichtig.


Mythos 3: „Ich bin in einer festen Beziehung, also kann ich kein HPV bekommen“


Fakt: HPV kann jahrelang im Körper schlummern, ohne Symptome zu verursachen. Man kann das Virus in sich tragen, auch wenn man selbst oder der Partner keine neuen Sexualpartner hatte. Der Beziehungsstatus schließt das Risiko für Gebärmutterhalskrebs nicht aus.


Mythos 4: „Pap-Abstriche sind schmerzhaft und unsicher“


Fakt: Pap-Abstriche sind schnell, sicher und verursachen in der Regel höchstens ein leichtes Unbehagen. Die Untersuchung dauert nur wenige Minuten und kann später ernsthafte Gesundheitsprobleme verhindern. Der Nutzen überwiegt bei Weitem jede kurzfristige Unannehmlichkeit.


Mythos 5: „Die HPV-Impfung ist unnötig oder unsicher“


Fakt: Die HPV-Impfung ist umfassend getestet, weltweit im Einsatz und als sicher sowie wirksam erwiesen. Sie reduziert das Risiko für Gebärmutterhalskrebs erheblich, indem sie vor den häufigsten Hochrisiko-HPV-Typen schützt.


Mythos 6: „Wenn ich gegen HPV geimpft bin, brauche ich keine Vorsorgeuntersuchungen mehr“


Fakt: Obwohl die Impfung einen starken Schutz bietet, deckt sie nicht alle HPV-Typen ab. Regelmäßige Vorsorgeuntersuchungen bleiben daher auch nach der Impfung unerlässlich.


Mythos 7: „Gebärmutterhalskrebs hat immer deutliche Symptome“


Fakt: Viele Frauen haben in den frühen Stadien keine Warnzeichen. Wenn Symptome auftreten, kann die Erkrankung bereits weiter fortgeschritten sein. Deshalb ist die Vorsorge so entscheidend.


Mythos 8: „Gebärmutterhalskrebs bedeutet Unfruchtbarkeit oder Verlust der Weiblichkeit“


Fakt: Wird Gebärmutterhalskrebs früh erkannt, ist die Behandlung oft weniger invasiv und kann Fruchtbarkeit sowie Lebensqualität erhalten. Eine frühe Diagnose ermöglicht mehr Therapieoptionen und bessere Ergebnisse.


Mythos 9: „Gynäkologische Untersuchungen sind peinlich und sollten vermieden werden“


Fakt: Medizinisches Fachpersonal führt diese Untersuchungen täglich mit Professionalität und Einfühlungsvermögen durch. Ihr Komfort, Ihre Würde und Ihre Gesundheit stehen im Mittelpunkt. Untersuchungen aus Scham zu vermeiden, kann Diagnose und Behandlung verzögern.


Mythen und Fehlinformationen sollten niemals zwischen eine Frau und ihre Gesundheit treten. Gebärmutterhalskrebs ist vermeidbar, früh erkennbar und bei rechtzeitiger Diagnose sehr gut behandelbar. Indem wir die Fakten kennen und verlässliche Informationen weitergeben, können wir Ängste abbauen, Vorsorge fördern und Leben retten. Wissen ist Macht – und im Fall von Gebärmutterhalskrebs kann es lebensrettend sein.

Mythen und Fakten zu Gebärmutterhalskrebs

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